Reise in Tadschikistan

16.05. – 25.05.2025

Khujand – Panjakent – Haft Kul – Iskanderkul – Dushanbe

Der Fahrer hat das Tempo ein wenig gedrosselt hier im Zarafschon-Gebirge auf dem Weg nach Dushanbe. Es regnet nun schon den 4. Tag hintereinander, die Täler sind grün, der Himmel grau und die Berge wild-zerklüftet. Im Nordwesten von Tadschikistan sind wir vorgestern gestartet, mit allem Gepäck und einem Fahrer, dessen Namen wir auch heute noch nicht wissen. Der «Boss» im Hotel Sughd in Panjakent hat seine Verbindungen spielen lassen und uns als seine «liebsten» Gäste dem Fahrer und seinem Geländewagen anvertraut.

Schon dort, in Panjakent, war der Himmel meist grau und nass. Im alten Basargebäude haben die Händler dichtgedrängt im Trockenen – und im Dunklen – ihre bunten Waren angeboten, aber auch ausserhalb viele Stände errichtet, alle notdürftig mit Sonnenschirmen und Plastikplanen geschützt vor dem Nass von oben. Den hier ansässigen Tadschiken scheint der Regen nichts auszumachen, im Gegenteil: jeder, mit dem wir ein kurzes Gespräch führen können, betont, dass dieses Wetter das richtige sei, dass es notwendig sei und dass es in den letzten 10 Jahren einfach zu trocken gewesen sei.

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Khujand
 
 
 
 
 
Selbstverherrlichung von Emomalij Rahmon (Diktator)
 
 
 
 
 
Park in Khujand
 
 
 
 
Panshanbe-Basar in Khujand
 
 
 
 
 
Gondel über dem Syr-Darya in Khujand
 
"Stella" in Khujand
typische Sowjet-Architekur
good old Lenin
 
"Badestrand" in Khujand
mit Lammfleisch gefüllte Sambusas
 
Fahrt nach Panjakent im Sammeltaxi
 
 
Roman mit drei flotten Damen im Sammeltaxi
 
Basar in Panjakent
 
 
 
 
 
Panjakent
 
Plattenbau
 
 
 
 
 
im Haft-Kul Tal
im Haft-Kul Tal
im Haft-Kul Tal
 
im Haft-Kul Tal
 
im Haft-Kul Tal
 
 
Landleben
 
 
Lagman-Nudeln, Brot und Grüntee
Basar in Panjakent
 
 
Mausoleum in Mazar-i Sharif
 
Gedenkstätte für Rudaki (Dichter)
 
 
"Alexander der Grosse" am Iskander Kul
Iskander Kul
 
Sary-Tak
 
 
 
 
 
Promenade in Dushanbe
 
 
Sambusas (Lammfleischtaschen)
Dushanbe
big brother is watching you
Ismoil Somoni Statue
 
Rudaki-Park in Dushanbe
 
von 2011-2014 der höchste Fahnenmast der Welt
Dushanbe
 
 
 
Korvon-Basar in Dushanbe
Zirkus in Dushanbe
 
 
 
Dushanbe
Dushanbe
Istiklol-Turm in Dushanbe
 
 
Mosaik aus Sowjetzeit
Mosaik aus Sowjetzeit
Mosaik aus Sowjetzeit
 
 
Mosaik aus Sowjetzeit
 
Mosaik aus Sowjetzeit
Mosaik aus Sowjetzeit
Mosaik aus Sowjetzeit
Plattenbau
 
 
Oshi-Pilav (Reis, Karotten und Lammfleisch)
Restaurant
 
 
 
 
 
Taxistand am Bahnhof in Bokhtar
goldene Somoniden-Krone in Bokhtar
Plattenbau
Ismoil Somoni auf Radioempfang
Vater und Sohn (Diktatorenfamilie)
"Lost Place" in Bokhtar
 
Mosaik aus Sowjetzeit
 
Bürokratie
spontane Einladung
"Chilu-Chor-Chashma" (44 Quellen bei Shari-Tuz)
im Grenzgebiet zu Afghanistan
im Grenzgebiet zu Afghanistan
im Grenzgebiet zu Afghanistan
 
 
creepy - online Übersetzung
 
 
 
"Chil-Dukhtaron" (40 Töchter, bei Kulob)
"Chil-Dukhtaron" (40 Töchter, bei Kulob)
 
 
traditionelle Hochzeitskleider
 
 
Nurek-Stausee bei Dushanbe
Restaurant
 
 
im Sanatorium
 
warten auf das Frühstück
 
Roghun im Rasht-Tal
Plattenbau
 
 
Ismoil Somoni in Roghun (Rasht Tal)
im Sanatorium
Plattenbau
 
Strassengang in Obi-Gharm
Suppe mit Beilage
Tajik-Musikvideo
Hissor bei Dushanbe
Oshi-Pilav (Reis, Karotten und Lammfleisch)
 
Hissor bei Dushanbe
 
Mehrgon-Basar in Dushanbe
Mehrgon-Basar in Dushanbe

 

In den ersten Tagen nach Romans Ankunft, im Nordosten, in Khujand, hatten wir ganz andere Temperaturen. In brütender Hitze haben wir unsere Wege durch diese Stadt gesucht – vom Basar Panschanbe bis zur alten Zitadelle, von dort sehr langsam und kräftig schaukelnd in einer wenig vertrauenswürdigen Gondel über den Fluss Syr-Darya zum alten Rudaki-Denkmal; von der Leninstatue über die futuristische «Stella» zur angeblich besten Sambuseria in der Neustadt. Der Weg zu den Sambusas (fleischgefüllte Teigtaschen, im Tandoor-Ofen gebacken) und somit zu unserem Mittagessen war etwas abenteuerlich. Ohne genau zu wissen, wohin die Marschrutka fährt, sind wir eingestiegen. Dicht gedrängt mit Kindern, Frauen, Männer – alles Tadschiken – habe wir es uns in diesem Kleinbus so gemütlich wie möglich gemacht. Der Fahrer hat uns versprochen, uns an der Haltestelle «College» herauszulassen. Was wir nicht wussten ist, dass es in vielen Mikrorayons – also Hochhausstadtvierteln – so ein College gibt, und wir gänzlich in die falsche Richtung unterwegs waren. Und hier ein Lob auf die freundlichen Menschen in diesem wunderbaren Land! Ein ca. 12-jähiges Mädchen in Schuluniform hat irgendwie verstanden, wo wir hinwollten und uns auf Russisch und mit Zeichensprache erklärt, wie wir dorthin kommen. Einfach so, und ohne dass wir sie gefragt haben. Überhaupt begegnen wir – fast – nur freundlichen, zuvorkommenden, hilfsbereiten Menschen. Wir sind «die bunten Hunde», die hier gänzlich anderes gekleidet, neugierig und fast immer mit dem Fotoapparat im Anschlag durch die Strassen, Basare und Parks streifen. Und überall werden wir mit einem Lächeln und der symbolischen Begrüssung mittels leichter Verbeugung und rechter Hand auf der Brust sowie einem «Asalomaleikhum» gegrüsst. Die Schülerinnen und Schüler sind etwas forscher und rufen uns «Hello, what’s your name» hinterher, und immer wieder mal treffen wir junge Menschen, mit denen wir uns fast fliessend auf Englisch oder Deutsch unterhalten können. Khujand ist ein wichtiger Umschlagplatz der alten Seidenstrasse gewesen, und diese Neugier auf fremde Menschen, fremde Kulturen scheint immer noch erhalten zu sein.

Im Sammeltaxi sind wir in 5 Stunden von Khujand nach Panjakent gefahren. Es erfordert Gleichmut, Geduld und Gottvertrauen, sich in diesen Gefährten von A nach B transportieren zu lassen. Wobei festzuhalten ist, dass die Fahrzeuge in Tadschikistan fast alle in gutem Zustand sind und die Fahrer nicht per Tempo und Überholmaneuver beweisen müssen, dass sie Männer sind. Es ist ein Gewusel auf diesem «Autobahnhof», alle rennen herum, rufen Städtenamen, und versuchen, ihren Wagen mit genügend zahlenden Mitfahrern zu füllen, um möglichst bald zu starten. Zuerst laden wir unser Gepäck in einen 5-Sitzer, werden dann von ihm zu einem «Freund» 50 Meter weiter gefahren, der uns mit noch 6 anderen Fahrgästen sowie Melonen, Tomaten, Gurken, Kisten und Säcken in seinen Minibus pfercht. Der Fahrpreis bleibt der Gleiche – der Überschuss ist Vermittlungsgebühr. Ein letztes Mal werden wir eine Stunde vor dem Ziel umgeladen und werden das Gefühl nicht los, dass ausser uns irgendwo noch ein Schaf in diesem Fahrzeug steckt – zumindest riecht der ganze Wagen danach. Und auch das Essen in diesem Land riecht und schmeckt immer wieder nach Schaf; seien es die Sambusas oder uigurischer Lagman, seien es Manti oder der vielbeschworene Pilav. Auch in den äusserst schmackhaften und vielseitigen Suppen finden sich Spuren von Schaf – oder manchmal auch Rind. Nur das Nationalgericht Kurutob (Brot, Joghurt, Tomaten, Gurken, Zwiebeln) ist – meist – vegetarisch.

Was unternimmt man in einem Land, dessen Fläche zu ca. 93% gebirgig ist? Genau, man fährt in die Berge. Das ist bei Regenwetter anspruchsvoll; der «Boss» im Hotel rät uns zunächst ab und organisiert dann doch für den nächsten Tag einen Fahrer mit Geländewagen. Wir fahren hinauf zu den sieben Seen – Haft Kul – DIE Attraktion im Zarafshontal, die auch Touristen aus dem nahen Usbekistan für einen Abstecher anzieht. Das Wetter ist stabil, wir fahren höher und höher, vom ersten See mit dunklem, fast schwarzem Wasser hinauf auf 2400m zum siebten hellblauen See. Die Strasse wurde in den letzten Tagen immer wieder durch Schlammlawinen unpassierbar, teilweise fahren wir durch das breite Bachbett vorbei an Bulldozern, die die Schotterpiste räumen und befahrbar machen. Auf dem Rückweg übernachten wir bei Jumaboy – ein «Homestay» mit gutem Ruf unter Reisenden. Jumaboy selber hat sich zur Ruhe gesetzt, er wohnt ein paar hundert Meter weiter im Dorf. Sein Sohn – frischgebackener Papi des einmonatigen Abdullah – führt das Gasthaus mit viel Liebe, Zuwendung und Geschäftssinn. 2 holländische Paare und 2 deutsche Paare verbringen die Nacht mit uns hier. Stundenlang sitzen wir am Nachmittag, nach dem Abendessen und auch beim Frühstück zusammen in der Laube am Bach und teilen unsere Reiseerfahrungen. Wir alle sind Vielreisende, wir alle lieben das Abenteuer, sind neugierig auf andere Kulturen und Länder. Wir tauschen uns aus und bei jedem von uns nehmen neue Reiseideen Gestalt an.

Unseren zweiten Ausflug in die Berge am übernächsten Tag machen wir mit eben jenem Fahrer, dessen Namen wir nicht kennen. Er fährt uns über Schotterpiste und durch Schlaglöcher zum Iskanderkul – einem beliebten Ausflugsziel der Tadschiken – und weiter hinauf nach Sary-Tak wo wir alle 3 übernachten. Sary-Tak liegt auf 2400m und profitiert von der nahen Goldmine, die von den Chinesen gepachtet und bearbeitet wird. Die Häuser sind für ein Bergdorf ausgesprochen gross und prächtig, die Menschen geschäftstüchtig und eher weniger herzlich. Aber hier wie überall – ob in den Städten oder Dörfern – wollen die Kinder unbedingt fotografiert werden. Sie stellen sich in Pose, mal ernst schauend, mal lachend, mal Faxen machend und sind erst zufrieden, wenn sie ihr Bild auf dem Display unserer Kameras gesehen haben.

Die Strasse nach Dushanbe ist breit, gut ausgebaut und verkehrsreich. Viele LKWs kämpfen sich in die Höhe, wir durchfahren Schluchten, neben uns reissende Bergbäche, dann wieder Steigungen von 10% oder mehr, bis wir den Anzob-Tunnel 50km vor Dushanbe erreichen. Er liegt auf 2700m Höhe, ist 2-spurig, ca. 5km lang, dunkel und unbelüftet – für Fahrradfahrer gänzlich ungeeignet wie uns ein Weltenbummler mittags im Restaurant erzählt hat. Er habe sein Rad auf einen LKW laden und so dieses gefährliche Stück Strasse schnell hinter sich lassen können. Wir haben knapp 4km dunkle Holperstrecke hinter uns, als in den Abgasschwaden die Bremslichter der Fahrzeuge vor uns rot aufleuchten – und der Verkehr lahm liegt. Ein Unfall? Nein, zum Glück «nur» ein LKW mit offensichtlich Motorschaden, der unsere Fahrbahn blockiert. Wir stehen sicher 5 Minuten am Ort, langsam wird uns mulmig zu Mute und wir möchten nichts wie raus aus dem Berg. Irgendwann löst sich dieser unheilvolle Verkehrsknoten auf und wir sehen Licht. Auf der anderen Seite des Tunnels – auf der anderen Seite des knapp 4000m hohen Gebirges – regnet es in Strömen!

Dushanbe ist im Wandel, überall wird gebaut, insbesondere in den letzten 5 Jahren, so scheint es. Die Stadt ist gross, modern, vollgestopft mit Autos, laut, bunt, geschäftig und protzig. Hier trifft man wieder an jeder Strassenecke, auf vielen Wolkenkratzern und an jeder Schule auf überlebensgrosse Fotografien des einen – des seit 1994 einzigen – Präsidenten des Landes, Emomalij Rachmon. Hier in Dushanbe drückt er auf auffällig vielen Abbildungen dem Bürgermeister der Stadt die Hand. Dieser ist sein Sohn Rustam Emomalij und seit 2017 im Amt. Vermutlich wird er bei den kommenden Präsidentschaftswahlen das Amt seines Vaters übernehmen – und Tadschikistan bleibt «in der Familie». Aber auch Statuen, Bilder und Mosaike, die Ismail Somoni zeigen – Herrscher des Samanidenreiches im 9. Jahrhundert und als «Vater des Vaterlandes» verehrt – befinden sich in jedem Park und zahlreichen Wänden. Die goldene Somonidenkrone wird vom Präsidenten als Symbol historischer Kontinuität und Legitimation seines Staates und seiner Herrschaft genutzt.

Wir wissen nicht, wie sehr die Menschen, die einfachen Bürger, hinter ihrem Präsidenten stehen; politische Gespräche sind tabu. Wir haben jedoch den Eindruck, dass die meisten Tadschiken schon genug mit ihrem Alltag beschäftigt sind; mit Geld verdienen und Geld ausgeben, mit Kinder grossziehen und Eltern pflegen, mit einkaufen, kochen, essen und Tee trinken. Politik ist hierzulande etwas, auf das sie keinen Einfluss haben. Die Mahallas – traditionelle Wohnviertel – werden abgerissen und neue, hohe Wohnhäuser und Geschäftsgebäude gebaut. Ganze Strassenzüge werden umgekrempelt, so schnell, dass Google maps uns mehr als einmal fehlleitet und wir Strassen suchen, die es gar nicht mehr gibt. Auch der traditionelle Basar wurde abgerissen und ein neuer am nördlichen Stadtrand gebaut; die Händler müssen nun mehr Standgebühr zahlen und fühlen sich alles andere als heimisch am neuen Ort. Und dann gibt es noch den Corvon-Basar im Süden der Stadt. Corvon heisst Karawane und wir fühlen uns zurückversetzt in die Zeiten der alten Seidenstrasse. Es ist ein Gewusel in und um den Basar, Menschenmassen schieben sich hin und her, es wird alles angefasst, anprobiert und verglichen, es wird gefeilscht, diskutiert und gekauft. Hier im Basar wie eigentlich überall in der Stadt sind die Menschen in Bewegung. Die Strassen Dushanbes sind voller Taxis, die Bürgersteige zwar mit Stolperfallen und tiefen Löchern versehen aber dennoch voller Menschen, die zielstrebig unterwegs sind oder einfach an einer schattigen Ecke stehen und schwatzen. Überhaupt scheint es uns, dass die Tadschiken recht entspannt unterwegs sind – geschäftig zwar, aber Zeit ist relativ. Gärten und Parks nehmen in Tadschikistans Hauptstadt viel Platz ein und es wird flaniert, Eiscreme gegessen, geschwatzt – und in weniger einsehbaren, geschützten Ecken auch schon mal ein wenig geflirtet und Händchen gehalten. Es macht auch wirklich Freude durch die in der Hauptstadt sehr gepflegten bunten und prächtigen Rosengärten zu laufen, von einem Somoni-Monument zur nächsten Rudaki-Statue, alles immer im Zusammenhang mit dem jetzigen «Sonnenkönig» Rachmon. Dieser hat sich mehr als ein Denkmal gesetzt, das Monumentalste davon ist der Istiklol-Turm – Turm der Unabhängigkeit, ein ca. 120m hoher Phallus der im Norden der Stadt auf einem riesigen, leeren und betonierten (Parade-?)Platz den Blick der Besucher auf sich zieht. Wir sind mit dem Taxi hierhergekommen. Taxifahrten in Dushanbe – und überhaupt bisher in Tadjikistan – sind völlig unaufgeregt das schnellste und einfachste Fortbewegungsmittel. Taxis fahren zu Hauf durch die Strassen, die Fahrer lassen kurz die Warnblinker aufleuchten, wenn sie dich gesehen haben und mitnehmen wollen; meist klingt Musik aus dem geöffneten Fenster, wir rufen unseren Zielort und steigen ein. Der Preis wird mittels Taxometer berechnet, meist um die 10 Somoni (= ca. 1 Dollar) für eine kürzere Strecke in der Stadt. Es gibt keine Diskussionen und falls doch einmal ein Fahrer meint, er könne mit uns mehr Geld verdienen, dann sind es minime Summen die sie preislich aufschlagen. So fahren wir mehrmals täglich, begleitet von persischen Schnulzenlieder oder russischen Folkgesängen durch die Stadt und freuen uns über die musikbegeisterten Menschen. Sowohl in der Philharmonie als auch im permanenten Zirkus-Gebäude, ein russisches Überbleibsel, finden regelmässig Konzerte statt, die – wie wir gesehen haben – gut besucht sind von ganzen Familien, die mit Eiscreme in der einen Hand und dem Ticket in der anderen am Einlass Schlange stehen.

Unser Tag in Dushanbe läuft besser, als wir uns gedacht haben. Wir müssen – jetzt endlich – im OVIR vorbei (Büro für Visa und Registrierung) um uns anzumelden und ggf. auch eine Aufenthaltsbewilligung für die grenznahen Gebiet im Süden, zu Afghanistan, zu erhalten. Wir haben schon Schauergeschichten gehört und sind gewappnet, haben vom Hotel eine Aufenthaltsbestätigung erhalten. Wir stellen uns darauf ein, gegebenenfalls noch einen Tag länger bleiben zu müssen um auf die ausgestellten Bestätigungen zu warten; wir stellen uns darauf ein, mittels grosser Somoni-Note in der Hand und per Handschlag den Prozess beschleunigen zu müssen. Stattdessen: fairer Preis, «kommt wieder in 40 Minuten» – und alles war erledigt. So hatten wir genügend Zeit, die nur noch vereinzelt zu findenden sowjetischen Mosaike an den Hauswänden zu suchen und zu fotografieren. Einsame und teilweise versteckte Zeugen einer Zeit, in der die Propaganda Geschichte und Zukunft rosig und ineinandergreifend darstellte um den Menschen ein Gefühl des Reichtums und der Sicherheit zu vermitteln.

 

26.05.-30.05.2026

Bokhtar – Shar-i-Tuz – Kulob

2 Teller, 2 Tassen, eine Teekanne, 4 Eier und alles was es sonst noch so braucht für ein gutes tadschikisches Frühstück steht für uns bereit. Ein einzelner Tisch im grossen Speisesaal ist gedeckt für uns, die einzigen Gäste in diesem grossen Hotel mit 35 Zimmern. Das Hotel Bokhtarion liegt am nördlichen Stadtrand des kleinen Städtchens Bokhtar. Die fruchtbare Region im Süden des Landes hat besonders gelitten zu Zeiten des Bürgerkriegs anfangs der neunziger Jahre. Und auch jetzt scheint es immer noch an Geld zu mangeln. Die Strassen sind voller Schlaglöcher, die Parks, einst protzig und voller Leben sind völlig vernachlässigt und das besondere Museum Bibikhanum auf dem Hügel mitten in der Stadt – ehemals historisches Museum – ist heute nur noch ein «Lost Place» mit guter Aussicht auf den Verkehr unweit des «Avtovaksal» (Sammeltaxi-Stand).

Mit dem Taxi haben wir uns zum Basar bringen lassen – solch ein Treiben, so viele Menschen, so ein Durcheinander, Geschiebe, Gedränge und Geschrei haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Uns wird ganz schwindlig – und mitten in dieser Farbenpracht, diesem «Business»-Zentrum werden wir kurz auf Englisch angesprochen: «Hello? Are you lost? Call me, if you need help! » Und dann ist er verschwunden. Selbst wenn wir uns verlaufen hätten und Hilfe bräuchten – ihn würden wir im Getümmel nicht wieder finden.

In Khatlon, wie diese südlichen Region Tadschikistans heisst, ist die Arbeitslosenquote hoch – genau so wie die Geburtenrate. Diese Kombination bringt Armut mit sich und jede und jeder versucht in irgendeiner Form «Business» zu machen. Es gibt kaum noch Produktionsbetriebe, die Baumwollproduktion ist nach dem Ende der Sowjetunion deutlich zurückgegangen.  Wenn wir uns an den Strassenrand stellen, hält sehr schnell ein Fahrer an, meist kein Taxi, und fährt uns für wenige Somoni zurück ins Hotel. Junge Männer verdingen sich am Sammeltaxi-Stand als Parkeinweiser, Frauen verkaufen Gartengemüse, Kinder stehen ausserhalb der Städte mit Pet-Flaschen voller (vergorener?) Pferdemilch und mit Plastiktüten voller selbst gesammelter Maulbeeren. Wir haben Hunger und suchen uns am Abend ein kleines Restaurant. Auf den Sofas, die als Sitzgelegenheit dienen, befinden sich vereinzelte Gäste, das Lokal ist mässig gemütlich aber die Begrüssung ist freundlich. Wir bestellen Lagman (handgezogene Nudeln mit Lammgulasch), der wirklich gut schmeckt und dazu – was auch sonst – einen Grüntee. Menschen kommen und gehen, dieses Restaurant gegenüber der einsamen orthodoxen Kirche scheint auch unter Einheimischen beliebt. Als wir zahlen wollen, schaut die Kellnerin verlegen zu Seite und lächelt; wir verstehen nicht, was los ist, aber dann wird uns erklärt, dass einer der Gäste unsere Rechnung übernommen habe. So etwas sind wir nicht gewohnt, wir wissen gar nicht recht, wie darauf reagieren, hören noch ein «Khush omaded» (Herzlich Willkommen) und stehen schon auf der unbeleuchteten Strasse voller Stolperfallen und Schlaglöcher.

Eid-al-Adha… nie gehört! Wir stellen nur fest, dass wir kein Mittagessen auftreiben können. Alle Restaurants, alle Geschäfte, sogar der ganze Basar sind geschlossen, hier in dem kleinen Ort Shar-i-Tuz. Wir sind am frühen Mittag angekommen und haben in dem Hotel mit der protzigen, goldenen Freitreppe problemlos ein grosses Zimmer bekommen. Aber unsere Vorräte sind geschrumpft, auch Trinkwasser haben wir keines mehr und die Sonne brennt unerbittlich. Nachdem wir 2x die Strasse auf und ab gelaufen sind entscheiden wir uns halt für eine grosse Petflasche Birnen-Limo. 2 Männer sitzen im Schatten je auf einem Sechserpack Cola-Flaschen und dösen vor sich hin, neben ihnen ein Kühlschrank mit Süssgetränken. Wir fragen ein letztes Mal nach einer Oshkohna – einer Strassenküche – und einer der beiden bedeutet uns, ins Auto zu steigen. Niemals würden wir das einfach so in einem anderen Land machen. Aber hier haben wir gelernt, dass wir grundsätzlich einmal den Menschen vertrauen können – und dass sie, wann immer möglich, gerne auch einen kleinen Batzen dazu verdienen. Noch während wir überlegen, wieviel Somoni wir ihm für die Taxifahrt zur Oshkhona zahlen sollen, hält er in einem Wohnquartier an und öffnet das Tor zu einem Innenhof:  «Khush omaded», herzlich willkommen. Er ruft seine Frau, die uns freudig begrüsst und beide führen uns in die Stube an einen reich gedeckten Tisch. «Nehmt Platz» wird uns mit Handzeichen bedeutet uns schon sitzen wir am Boden auf weichen Matten, jeder einen Teller, Besteck und Tasse vor sich. Ob wir gerne Suppe möchten? Cola? Tee? Los, nun bedient Euch schon an den Nüssen, am frisch gebrochenen Brot, an den Süssigkeiten.  Ein wenig russischer Salat? Lieber Käse, Wurst oder Suppenfleisch? Wir sind völlig überwältigt von dieser Gastfreundschaft, erstaunt darüber, dass der Tisch so festlich gedeckt war und wir als unerwartete Besucher derartig herzlich bewirtet werden.

Mir gegenüber sitzt die sehr interessierte Freundin der Familie und erklärt uns, dass heute eben Eid-al-Adha, das muslimische Opferfest sei. Während 3 Tagen werde gefeiert und nicht gearbeitet. Wir sitzen lange am Boden, essen Suppe und trinken Tee, essen Brot, Gurken und Tomaten und zum Abschluss noch ein schönes Stück Torte. Wir unterhalten uns mit unseren Gastgebern, erfahren dass die muslimische Freundin auch Angela heisst und lachen über diesen Zufall. Als wir aufbrechen – wir möchten die Gastfreundschaft ja nicht überstrapazieren – erhalte ich noch ein Geschenk, werde herzlich gedrückt und geküsst und wir haben den Eindruck, dass die Hausherrin Tränen in den Augen hat. Wir wollen zurück ins Hotel, haben aber die Rechnung ohne den Fahrer gemacht. Er möchte uns nun noch Chilu-chor-chashma (44 Quellen) zeigen, das Ausflugsziel ganz in der Nähe, das wir eigentlich längst abgeschrieben hatten. Die 44 Quellen sprudeln aus dem Berg und bilden einen grossen Teich, der immer voller Fische ist und heute zusätzlich noch voller junger Männer in Badehosen. Sie springen ins Wasser, tauchen, schwimmen oder fotografieren sich. Die Mädchen und Frauen müssen etwas weiter gehen und dürfen hinter einer Abtrennung im ablaufenden Wasser des Teichs auch ein wenig schwimmen. Roman und unser Gastgeber führen auf Russisch, Englisch und mit Händen und Füssen ernste Gespräche über Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit, hohe Zinsen und dass die jungen Menschen das Land verlassen. Er wirkt hoffnungslos und würde auch gerne sein Glück in der Schweiz versuchen. Auf dem Heimweg machen wir erneut Stopp am Getränkelager. Mitten im grossen Lagerraum, hoch oben auf gestapelten Cola-Flaschen steht ein offener grosser Pappkarton, in dem 2 Greifvögel «wohnen». Jimmi – einer der beiden – ist nicht erfreut über unbekannte Gesichter, beruhigt sich aber bald. Und dann stehen wir plötzlich mit einer 1.5-Liter-Flasche voll tadschikischem lauwarmen Bier vor dem Hotel und verabschieden uns. Zum Glück hatten wir oben im Zimmer griffbereit einige Schweizer Mitbringsel, die wir unserem Retter in der Not mitgeben konnten. What a day!

«Bismillah ar-Rahman ar-Rahim» – der Fahrer und alle Beifahrer halten die offenen Handflächen nach oben, bitten um eine gute Fahrt, streichen sich beim abschliessenden Wort «Omin» mit beiden Händen übers Gesicht, und los geht’s. Es ist mittlerweile das 4 Taxi heute. Wir sind auf dem Weg nach Kulob – über die Südroute, Blick nach Afghanistan inklusive. Die Strecke ist knapp 300km lang, Fahrzeit ca. 6 Stunden ohne Wartezeit beim Umsteigen. Erster Stopp war in Kolchosabad, dort sitzen wir schnell wieder im nächsten «Shared Taxi» und schnell fährt auch unser Fahrer mit unübersehbarem ADHS. Es wird gerast, überholt, gleichzeitig telefoniert und mit uns ein paar Sprachbrocken ausgetauscht bevor er schon wieder überholt. Entspannung sieht anders aus, und wir sind froh, als wir in Panj, einem Grenzort nach Afghanistan, ankommen. Sofort werden unsere Reiserucksäcke ins nächste Taxi verfrachtet, und dann heisst es warten. Denn damit die Fahrt sich lohnt, braucht es mindestens 4 Reisende (oder mehr, wenn kleine Kinder dabei sind, die auf dem Schoss der Eltern sitzen können). Wir sitzen im Schatten auf einem notdürftig angebrachten Holzbrett direkt über dem verschmutzten, offenen Kanal (dem wir den Rücken zudrehen) und essen unser hartes Brot, unsere Kekse, Nüsse, Rosinen. Wir haben Zeit ein wenig über diese Region Tadschikistans nachzudenken. Der Fluss «Panj», der südlich der gleichnamigen Ortschaft fliesst, bildet die Grenze zu Afghanistan. Diese Grenzziehung besteht schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, trotz vieler Tumulte und Kriege hat sich nie etwas daran geändert. Insgesamt besteht eine ca. 1200km-lange Grenze zwischen diesen beiden Ländern, und angeblich soll sie durchlässig sein, wie ein Sieb, insbesondere was Opium und seine Derivate angeht. Es wird gemunkelt, dass der Reichtum der Regierungsbeamten in Dushanbe zu einem guten Teil abhängig ist von genau diesem «Import/Export-Produkt».

Die schönste Teilstrecke ist die von Panj nach Farkhor, die wir in einem alten 4×4 mit einem noch viel älteren Fahrer mit wunderschönen Goldzähnen auf uns nehmen. Die Strasse ist nicht geteert, voller grober Steine und Felsbrocken und vom Regen tief ausgewaschenen Gräben. Es rumpelt uns im Wagen hin- und her, und 2x gibt das Auto beinahe den Geist auf. Wir fahren zum Teil durch saftig grüne Hügel, vorbei an bestellten Feldern oder Obstplantagen, dann wird die Landschaft bergiger, rauer, karger und beige-brauner, erinnert immer mehr an Bilder von Afghanistan – die wir nur aus dem Fernsehen kennen. Und da liegt es auch schon vor uns, das Land, das wir bisher noch nicht bereist haben. So anders sieht es von hier oben gar nicht aus. Wie ein Spiegelbild befindet nord- und südwärts des Flusses im Panjtal eine fruchtbare Ebene, ebenso spiegelbildlich sehen wir im Dunst des Südens eine Bergkette durchschimmern, die derjenigen in der wir uns aktuell befinden, nicht unähnlich ist.

Endlich sind wir angekommen in Kulob, einem unattraktiven Städtchen mit vielen Menschen und viel Verkehr. Vielleicht sind wir auch einfach nur müde, nach der langen Fahrt. Wir sind um 9.00Uhr zum Avtovaksal in Bokhtar aufgebrochen und um 17.30Uhr steigen wir die Stufen zu unserem Hotelzimmer in Kulob hinauf. Der letzte junge und pfiffige Fahrer war wunderbar freundlich, hat mitten auf der Strecke angehalten, um uns Aprikosen zu pflücken und sich gefreut über die Schweizer Musik, die er im Internet gefunden hat (Polo Hofer). Er hat uns in Kulob aber nur bis zum Sammeltaxi-Stand gebracht. Da wir noch kein Hotel reserviert hatten, fahren wir mit dem städtischen Taxifahrer von Gostiniza zu Mehmonkhona (Gasthaus/Reiseunterkunft), aber entweder ist alles voll, oder das Hotel hat geschlossen – oder aber die Qualität lässt enorm zu wünschen übrig. Wir sind vom Nichtstun, vom Sitzen, vom Reisen fix und fertig und nehmen also das Zimmer am Stadtrand, im Hotel Bobojon. Der erste Eindruck ist ordentlich. Nachdem wir schon die Rucksäcke ausgepackt haben, sehen wir auf den zweiten Blick, dass der Lattenrost am einen Ende kaputt ist und die Matratze sich durchbiegt, dass die Handtücher nach Schaf riechen und noch ein wenig später sind wir nicht sicher, ob im Dachboden Ratten oder anderes Getier haust. Wir hören vor allem tagsüber immer wieder trippelnde Geräusche. Dass die Zimmerdecke direkt über unserem Bett einen Riss und ein Loch hat, macht es nicht gerade gemütlicher. Ausserdem ist immer noch «Prasdnik» (Feiertag) und die kleinen Restaurants in der Umgebung haben alle geschlossen. Nur ein Fast-Food-Restaurant ist noch geöffnet, dort bestellen wir Burger, die nach ca. 30 Minuten an unseren Tisch an der lauten und viel befahrenen Strasse gebracht werden… Fast Food?

Ich brauche eine neue Simkarte, es ist kompliziert. Den Grund habe ich nicht erfahren, auch in den anderen «Stans», die wir vor Jahren bereist haben, war alles ganz einfach, aber hier dauert es gut und gerne 1 Stunde, bevor ich als Ausländerin das vergoldete kleine Rechteck in der Hand halte und ins Handy stecken kann. Kulob hat uns nicht viel zu bieten und somit entscheiden wir uns spontan, nach Chil Dukhtaron zu fahre – 40 Töchter heisst das Ausflugsziel in den Bergen. Wieder nehmen wir ein «shared taxi», und zunächst heisst es umsteigen in Muminonobod. Der gemütliche, freundliche und umsichtige Fahrer entscheidet sich dann aber spontan, uns in die Berge zu fahren für einen sehr vernünftigen Preis. Ein eindrückliches Bergmassiv liegt vor uns, aber mehr als schauen und ein paar Schritte laufen kann man hier auch nicht – und so sind wir schon bald wieder auf der Rückfahrt nach Kulob, zurück in unser Hotel – und zurück zum Fast-Food-Restaurant, wo es heute noch ein wenig länger dauert, bis wir das Essen auf dem Tisch haben.

 

31.05.-04.06.2026

Obi-Gharm – Dushanbe

Unsere Reise geht langsam dem Ende zu, wir machen uns auf den Weg zurück nach Dushanbe und finden am Abend in einem alten Stadtteil das wundschöne Teehaus Toqi. Wenige Tage bleiben uns noch, die wir zum Teil mit einem Ausflug ins Rasht-Tal verbringen.

Mit Amira haben wir uns vor 1 Woche zum Essen getroffen, Amira hilft uns nun, eine Unterkunft in Obi-Gharm zu finden, ein kleines Örtchen am Eingang des Rasht-Tales. Denken wir zumindest. Am Taxistand stellen wir fest, dass es zwei «Obi-Gharm» gibt, und Amira dasjenige im Varzob-Tal ausgesucht hat. Ein wenig Chaos, ein wenig Stress, ein Telefonat mit Amira und wir haben dann doch noch eine Unterkunft in einem kleinen «Sanatorium» im Rasht-Tal ergattern können. Das Sanatorium haben wir uns ganz anders vorgestellt, wir landen in einem grossen Zimmer, das nur notdürftig gereinigt wurde (auf unseren Wunsch wird das Bad nun gründlich gereinigt). Das Haus hat heute, am Sonntag, wenige Gäste, aber mehrere private Bäder in die das angenehm warme Quellwasser sprudelt. Es werden geruhsame 2 Tage hier, in Obi-Gharm. Wir treffen immer wieder die gleichen Menschen auf den Strassen, laufen ins Dorf zum Einkauf sowie zum Mittagessen in das nächstgelegene Restaurant. Das Essen ist eintönig für uns, in Tadschikistan. Es gibt die immer gleiche Rindfleischsuppe mit einer halben Kartoffel und eine Stück Möhre – sowie einem Mocken Fleisch (oft mit Knochen und Fett), es gibt mittags immer wieder Pilav, es gibt Sambusas (gebackene Teigtaschen mit Fleischfüllung), Manti (gedämpfte Teigtaschen mit Fleischfüllung) und immer auch Gurken-Tomaten-Salat und Brot. So freuen wir uns hier über das gebackene Hähnchen, das wirklich grossartig schmeckt.

Unser «Spaziergang» ins nächste Dorf auf der anderen Seite der Schlucht wird zur 15km-Wanderung, die uns wunderbare Einblicke ins Rasht-Tal bietet und auch in ein post-sowjetisches Städtchen am (seit 1970 geplanten und aktuell in der Fertigstellung begriffenen) Roghun-Stausee, der langsam Teile des Tals verschluckt. Zurück nehmen wir, ja wie immer, ein Taxi, danach ein Bad in einem der privaten Bäder unserer Unterkunft. Am Abend dann noch ein Spaziergang hinauf auf dieser Seite der Schlucht auf der Suche nach Essen. Ein Restaurant finden wir nicht, dafür aber die «Stassengang» von Obi-Gharm, einige Jungs zwischen 12 und 16 Jahren, die uns immer wieder begegnen und mittlerweile schon mit «high-five» begrüssen.

Unsere Zeit ist um. Wir haben es genossen in diesem wilden, relativ unbekannten, abwechslungsreichen und überraschenden Land. Tadschikistan ist ein Entwicklungsland, insbesondere in den dörflichen Regionen. Es ist in der Hauptstadt modern und wuselig. Uns gefällt es hier und wir kommen wieder!